Ausbildung mit Zukunft: Oberlausitz-Kliniken eröffnen eigene Pflegeschule in Bautzen
An der neuen Oberlausitzer Berufsfachschule für Gesundheitsberufe beginnen 50 junge Menschen ihre dreijährige Pflegeausbildung – moderne Lernbedingungen, kurze Wege und eine enge Verbindung von Theorie und Praxis.

Bei der Eröffnung der neuen Oberlausitzer Berufsfachschule für Gesundheitsberufe. Foto: Steffen Unger

Mit der Eröffnung der Oberlausitzer Berufsfachschule für Gesundheitsberufe, kurz OLBG, setzt die Oberlausitz-Kliniken gGmbH (OLK) einen wichtigen Meilenstein für die Ausbildung und Sicherung des pflegerischen Nachwuchses in der Region. Am 1. September 2026 beginnen 50 junge Menschen – 40 Frauen und zehn Männer – an der neuen Schule in der Schafbergstraße 4 in Bautzen ihre dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann.
Offiziell eröffnet wurde die neue Berufsfachschule am 1. September 2026 mit einem Festakt im Beisein des Sächsischen Kultusministers Conrad Clemens, des Bautzener Landrates und OLK-Aufsichtsratsvorsitzenden Udo Witschas, sowie der Zweiten Beigeordneten des Landkreises Bautzen Dr. Romy Reinisch. Gemeinsam mit weiteren Gästen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den neuen Auszubildenden würdigten sie die Eröffnung als wichtigen Schritt für die Pflegeausbildung und die Fachkräftesicherung in der Region.
Kultusminister Conrad Clemens: „Wir leben in einer wunderschönen Region. Junge Menschen wollen nach der Schule in ihrer Heimat einen Beruf finden. Die neue Berufsfachschule macht das möglich. Die Oberlausitz investiert in ihre eigene Zukunft und in die Menschen, die hier leben und arbeiten wollen.“
Träger der neuen Berufsfachschule ist die Oberlausitz-Kliniken gGmbH. Mit der eigenen Schule bündelt die OLK künftig die theoretische und praktische Pflegeausbildung innerhalb ihrer Unternehmensgruppe. Die Auszubildenden werden auf eine Tätigkeit in sämtlichen Bereichen der Pflege vorbereitet – von der Kinderkrankenpflege über die Versorgung von Patientinnen und Patienten im Krankenhaus bis hin zur ambulanten und stationären Altenpflege.
Verantwortung für die Region
„Mit unserer eigenen Berufsfachschule übernehmen wir Verantwortung für junge Menschen und für die gesundheitliche Versorgung in der Oberlausitz. Gut ausgebildete Pflegefachkräfte werden überall dringend gebraucht. Deshalb investieren wir ganz bewusst in eine moderne, wohnortnahe und zukunftsorientierte Ausbildung“, sagt Jörg Scharfenberg, Geschäftsführer der OLK. „Wir möchten jungen Menschen eine langfristige berufliche Perspektive in ihrer Heimat eröffnen und gleichzeitig die Fachkräftebasis für unsere Kliniken, Pflegeeinrichtungen und weiteren Versorgungsangebote stärken.“
Ein langer Weg bis zur Eröffnung
Die neue Berufsfachschule ist das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses. Bereits seit rund 15 Jahren wurde innerhalb der Oberlausitz-Kliniken an der Gründung einer eigenen Pflegeschule gearbeitet. In dieser Zeit wurden zahlreiche mögliche Standorte geprüft sowie Gespräche über Kooperationen, Fördermöglichkeiten und inhaltliche Konzepte geführt. Der zuletzt 2024 eingereichte Antrag wurde im November 2025 erneut aktiviert. Im April 2026 erhielten die Oberlausitz-Kliniken schließlich die Genehmigung für den Schulbetrieb.
„Die Eröffnung zeigt, dass sich ein langer Atem auszahlt“, betont Jörg Scharfenberg. „Viele Menschen haben über Jahre hinweg an diesem Ziel gearbeitet. Nun gilt es, die Schule gemeinsam mit Leben zu füllen und sie dauerhaft als starken Ausbildungsstandort in der Oberlausitz zu etablieren.“
Moderne Räume für modernes Lernen
Für die OLBG wurde das Gebäude in der Schafbergstraße durch den Eigentümer nach den Bedürfnissen der OLK und den Anforderungen an moderne Schulgebäude umfassend hergerichtet. Entstanden ist eine moderne Lernumgebung mit vier großen Klassenzimmern sowie weiteren Räumen für die berufspraktischen Ausbildungsanteile. Dort stehen unter anderem Pflegebetten und eine zeitgemäße Ausstattung zur Verfügung, mit der unterschiedliche Pflegesituationen realitätsnah geübt werden können. Eine moderne digitale Infrastruktur unterstützt sowohl die Lehrenden als auch die Auszubildenden. Ergänzt wird das Angebot durch eine Cafeteria mit Speisenversorgung.
Die Oberlausitz-Kliniken investieren eine mittlere sechsstellige Summe in die Einrichtung und Ausstattung der Schule. Da keine Fördermittel zur Verfügung standen, wird die Investition vollständig aus Eigenmitteln finanziert.
Erfahrenes Schulteam aus der Region
Zum Start besteht das Schulteam einschließlich des Schulleiters aus sechs fachlich und pädagogisch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sämtliche Stellen konnten mit Kolleginnen und Kollegen aus der Region besetzt werden. Geleitet wird die Schule von Enrico Knobloch-Klose. Der erfahrene Medizinpädagoge ist ausgebildeter Krankenpfleger, verfügt über das Zweite Staatsexamen und arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten in seinem Beruf.
„Unser Anspruch ist es, eine moderne, digitale, zukunftsorientierte und vor allem schülerorientierte Ausbildungsstätte zu sein“, erklärt Schulleiter Enrico Knobloch-Klose. „Unser schulinternes Curriculum berücksichtigt alle Facetten der Pflegeausbildung und bereitet die Auszubildenden auf die unterschiedlichen Einsatzfelder des pflegerischen Arbeitsmarktes vor. Die räumliche, technische und personelle Ausstattung ermöglicht uns abwechslungsreiche, praxisnahe Lernangebote und sehr gute Bedingungen für eine erfolgreiche Ausbildung.“
Theorie und Praxis eng verbunden
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der engen Vernetzung von theoretischem Unterricht und praktischer Ausbildung. Dafür können die Oberlausitz-Kliniken auf die vielfältigen Versorgungsstrukturen innerhalb ihrer Unternehmensgruppe zurückgreifen. Zu den praktischen Lernorten gehören die Krankenhausstandorte in Bautzen und Bischofswerda, die Pflegeeinrichtungen sowie weitere ambulante und stationäre Angebote. Hinzu kommen bewährte Kooperationen mit externen Gesundheitsversorgern in der Region.
„Theorie und Praxis dürfen in der Pflegeausbildung nicht getrennt voneinander betrachtet werden“, sagt Enrico Knobloch-Klose. „Durch die enge Zusammenarbeit mit den praktischen Ausbildungsbereichen können wir Unterrichtsinhalte unmittelbar mit den Erfahrungen aus dem Berufsalltag verbinden. Davon profitieren sowohl die Auszubildenden als auch unsere Ausbildungspartner.“
Kurze Wege und mehr Zeit
Bislang fand die theoretische Ausbildung der Pflegeauszubildenden der Oberlausitz-Kliniken überwiegend in Dresden statt. Die damit verbundenen Fahrtzeiten wurden von einem Teil der jungen Menschen als erhebliche Belastung wahrgenommen. Mit der eigenen Schule in Bautzen werden die Wege deutlich kürzer. Das erleichtert es insbesondere den teilweise noch minderjährigen Auszubildenden, Ausbildung und Privatleben miteinander zu vereinbaren.
Zugleich stärkt die wohnortnahe Ausbildung die Bindung an den Ausbildungsbetrieb und an die Region. Bautzen bietet als zentral gelegener Standort zwischen Dresden, Görlitz und Hoyerswerda gute Voraussetzungen für eine regional ausgerichtete Pflegeausbildung. Mit den bestehenden Ausbildungsstandorten in Görlitz und Hoyerswerda sowie der neuen Schule in Bautzen wird die pflegerische Bildungslandschaft in der Lausitz weiter gestärkt.
„Wir möchten jungen Menschen zeigen, dass sie für eine hochwertige Ausbildung und eine gute berufliche Perspektive nicht zwingend ihre Heimat verlassen müssen“, hebt Jörg Scharfenberg hervor. „In der Oberlausitz gibt es einen großen Bedarf an qualifizierten Pflegefachkräften und damit sehr gute Beschäftigungsmöglichkeiten – sowohl innerhalb unserer Unternehmensgruppe als auch bei anderen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen der Region.“
Erster Jahrgang sehr gut besetzt
Die Bewerbungslage für den ersten Ausbildungsjahrgang hat sich positiv entwickelt. Mit 50 Auszubildenden ist der Auftaktjahrgang voll besetzt. Perspektivisch sollen alle Auszubildenden der dreijährigen Pflegeausbildung innerhalb der Unternehmensgruppe an der eigenen Schule theoretisch qualifiziert werden. Bereits für das kommende Jahr planen die Oberlausitz-Kliniken deshalb eine unternehmensinterne Erweiterung der Ausbildungskapazitäten.
Insgesamt begrüßt die Unternehmensgruppe der Oberlausitz-Kliniken zum Ausbildungsbeginn am 1. September 2026 82 neue Auszubildende und Studierende. Der überwiegende Teil von ihnen startet in einen Pflegeberuf; hinzu kommen Auszubildende und Studierende weiterer Berufsgruppen.
„Für unsere ersten 50 Auszubildenden beginnt ein neuer Lebensabschnitt – und auch für unsere Schule ist dieser erste Tag etwas ganz Besonderes“, sagt Enrico Knobloch-Klose. „Wir freuen uns darauf, die jungen Menschen auf ihrem Weg zu kompetenten, verantwortungsbewussten und engagierten Pflegefachkräften zu begleiten.“

