Leistungsspektrum der Urologischen Klinik

Robotische Chirurgie mit dem Da-Vinci-System

Seit August 2025 setzt die Oberlausitz-Kliniken gGmbH das Da-Vinci-Operationssystem als modernes Verfahren der minimal-invasiven Chirurgie ein. Die robotische Chirurgie stellt eine Weiterentwicklung der konventionellen Laparoskopie dar und ermöglicht eine besonders präzise, gewebeschonende und zugleich onkologisch effektive Behandlung urologischer Erkrankungen.

Technologischer Hintergrund

Das Da-Vinci-System ist kein autonom arbeitender Roboter, sondern ein hochentwickeltes Assistenzsystem, das vollständig durch den Operateur gesteuert wird. Die Steuerung erfolgt über eine Konsole, an der der Operateur die Instrumente in Echtzeit und mit höchster Präzision bewegt.

Die Kombination aus hochauflösender, dreidimensionaler Sicht (3D-HD) und mehrfach frei beweglichen Instrumenten mit erweiterten Freiheitsgraden erlaubt eine exakte Präparation selbst in anatomisch anspruchsvollen Regionen. Feinste Bewegungen können skaliert und Tremor herausgefiltert werden, wodurch eine besonders kontrollierte und sichere Operation möglich ist.

Einsatzgebiete in der Urologie

Das Da-Vinci-System wird vor allem bei komplexen urologischen Eingriffen eingesetzt. Hierzu zählen insbesondere:

  • die radikale Prostatektomie bei Prostatakarzinom
  • die Nierenteilresektion bei Nierentumoren
  • die rekonstruktive Chirurgie, z. B. Nierenbeckenplastik
  • Die robotische Technik ermöglicht es, sowohl onkologische als auch funktionelle Aspekte optimal zu berücksichtigen.

Vorteile für Patienten

  • Im Vergleich zu offenen Operationsverfahren profitieren Patienten in der Regel von:
  • geringem intraoperativen Blutverlust
  • reduzierten postoperativen Schmerzen
  • kürzerem stationären Aufenthalt
  • schnellerer Mobilisation und Rekonvaleszenz
  • geringerer Narbenbildung

Zudem kann durch die hohe Präzision des Systems eine verbesserte Schonung funktionell wichtiger Strukturen erreicht werden.

Operatives Konzept und Qualitä
t

Die Indikationsstellung erfolgt streng leitliniengerecht und unter Berücksichtigung individueller Patientenfaktoren. Die Einführung des Systems im August 2025 markiert einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des operativen Spektrums und unterstreicht den Anspruch an eine moderne, qualitativ hochwertige Patientenversorgung auf aktuellem medizinischem Niveau.

Gerne stehen wir für Rückfragen oder zur gemeinsamen Fallbesprechung zur Verfügung.


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MR-fusionierte transperineale koaxiale Prostatabiopsie

Die MR-fusionierte transperineale Prostatabiopsie stellt heute das modernste und präziseste Verfahren zur Diagnostik des Prostatakarzinoms dar. Durch die Kombination hochauflösender MRT-Bildgebung mit Echtzeit-Ultraschall ermöglicht sie eine gezielte und zugleich systematische Gewebeentnahme mit hoher diagnostischer Sicherheit.

Grundlagen und Indikation

Die Indikation zur Durchführung einer Fusionsbiopsie ergibt sich in der Regel bei klinischem Verdacht auf ein Prostatakarzinom, insbesondere bei auffälligem PSA-Wert, suspektem Tastbefund oder bei MRT-nachgewiesenen Läsionen.

Die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) gilt hierbei als derzeit sensitivste bildgebende Methode zur Detektion tumorverdächtiger Areale innerhalb der Prostata. Durch die Fusion der MRT-Daten mit dem Ultraschall können diese Läsionen millimetergenau lokalisiert und gezielt biopsiert werden.

Präoperative Vorbereitung

Vor der Biopsie erfolgt eine ausführliche Aufklärung im Rahmen eines persönlichen Gesprächs sowie die Sichtung aller Vorbefunde. Hierzu zählen insbesondere MRT-Bilder, Laborwerte und klinische Voruntersuchungen.

Eine spezielle Vorbereitung ist in der Regel nicht erforderlich; die Untersuchung erfolgt meist ohne Nüchternheit. Eine antibiotische Prophylaxe ist nur bei ausgewählten Risikokonstellationen notwendig (z. B. bei Immunsuppression, Vorhandensein eines Blasenkatheters oder rezidivierenden Infektionen).

Besonderer Vorteil des transperinealen Zugangs ist die deutlich reduzierte Infektionsrate, sodass häufig auf eine routinemäßige Antibiotikagabe verzichtet werden kann. 

Technisches Verfahren und Durchführung

Die Untersuchung erfolgt in der Regel in lokaler Betäubung und ist für den Patienten gut tolerierbar. 
Nach steriler Vorbereitung des Dammbereiches wird eine Ultraschallsonde transrektal eingeführt. Die zuvor im MRT identifizierten suspekten Läsionen werden mittels spezieller Software mit dem Ultraschallbild fusioniert. Dadurch entsteht ein dreidimensionales Navigationssystem, das eine präzise Zielführung der Biopsienadel erlaubt.

Zunächst werden gezielte Biopsien (Target-Biopsien) aus den MRT-auffälligen Arealen entnommen, in der Regel 2–3 Stanzen pro Läsion. Anschließend erfolgt ergänzend eine systematische Biopsie aller Prostataregionen, um auch MRT-negative Tumoranteile zu erfassen. Insgesamt werden dabei typischerweise etwa 14 systematische und zusätzliche gezielte Proben gewonnen.

Der Zugang erfolgt transperineal über die Haut des Dammbereichs. Dies ermöglicht eine vollständige Erreichbarkeit aller Prostataregionen und reduziert gleichzeitig das Risiko infektiöser Komplikationen im Vergleich zum transrektalen Vorgehen erheblich.

Vorteile des Verfahrens

Die MR-fusionierte transperineale Biopsie bietet entscheidende Vorteile gegenüber konventionellen Methoden:

  • höhere Detektionsrate klinisch signifikanter Tumoren
  • gezielte Biopsie verdächtiger Läsionen
  • gleichzeitige systematische Abdeckung der gesamten Prostata
  • deutlich reduziertes Infektionsrisiko durch transperinealen Zugang
  • häufig keine routinemäßige Antibiotikaprophylaxe erforderlich

Durch die Kombination aus MRT-gestützter Zielbiopsie und systematischer Probenentnahme kann die diagnostische Sicherheit signifikant erhöht werden.

Postinterventioneller Verlauf

Der Eingriff kann meistens ambulant durchgeführt werden. Nach der Biopsie erfolgt eine kurze Überwachungsphase. Vor der Entlassung wird das Wasserlassen kontrolliert sowie der Urin beurteilt, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Gelegentlich kann eine stationäre Durchführung des Eingriffs erforderlich sein, z.B. bei Patienten unter Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten oder bei individuell erhöhtem Komplikationsrisiko. 
Leichte Blutbeimengungen im Urin oder Ejakulat sind häufig und in der Regel selbstlimitierend, schwerwiegende Komplikationen sind selten.

Die histopathologische Auswertung der entnommenen Gewebeproben erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Pathologie. Die Ergebnisse liegen üblicherweise innerhalb weniger Tage vor und bilden die Grundlage für die weitere Therapieplanung.

Stellenwert im klinischen Alltag

Die MR-fusionierte transperineale Prostatabiopsie hat sich als Standardverfahren in der modernen Prostatakarzinomdiagnostik etabliert. Sie ermöglicht eine präzise Risikoabschätzung und bildet die Grundlage für eine individualisierte, leitliniengerechte Therapieentscheidung. Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Urologie, Radiologie und Pathologie wird eine hohe diagnostische Qualität und Patientensicherheit gewährleistet.


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Roboterassistierte radikale Prostatektomie (Da-Vinci-System)

Die roboterassistierte radikale Prostatektomie ist ein modernes, minimal-invasives Operationsverfahren zur Behandlung des Prostatakarzinoms. Sie wird mit dem Da-Vinci-Operationssystem durchgeführt und stellt heute eines der am häufigsten eingesetzten Verfahren in der operativen Urologie dar.

Indikation

Die roboterassistierte Prostatektomie wird bei Patienten mit nachgewiesenem Prostatakarzinom durchgeführt, insbesondere bei lokal begrenzten Tumoren. In ausgewählten Fällen kann das Verfahren auch bei lokal fortgeschrittenen Befunden eingesetzt werden. Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung der Prostata einschließlich der Samenblasen mit kurativer Intention.

Präoperative Vorbereitung

Vor der Operation erfolgt eine umfassende Diagnostik zur exakten Stadieneinteilung der Erkrankung. Diese umfasst:

  • histologische Sicherung durch Prostatabiopsie
  • ggf. Bildgebung, je nach Risikokonstellation (z. B. MRT, ggf. PSMA-PET/CT)
  • laborchemische Untersuchungen (inkl. PSA)

Darüber hinaus werden Begleiterkrankungen, die individuelle Belastbarkeit sowie funktionelle Aspekte wie Kontinenz und erektile Funktion berücksichtigt. In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch werden die Therapieoptionen gemeinsam besprochen.

Operative Durchführung

Die Operation erfolgt minimal-invasiv über mehrere kleine Zugänge (Schlüssellochtechnik). Der Operateur steuert das Da-Vinci-System von einer Konsole aus, wobei die Instrumente im Körper des Patienten hochpräzise bewegt werden.

Das System bietet eine hochauflösende dreidimensionale Sicht sowie Instrumente mit einem sehr großen Bewegungsradius. Dadurch ist eine exakte Präparation auch in anatomisch engen Bereichen möglich.
Im Rahmen des Eingriffs werden die Prostata und die Samenblasen entfernt. Je nach Tumorausdehnung kann eine Schonung der neurovaskulären Bündel erfolgen, um die postoperative Kontinenz und Potenz bestmöglich zu erhalten. Bei entsprechender Indikation wird zusätzlich eine Lymphknotenentfernung durchgeführt.

Vorteile des robotischen Verfahrens

Im Vergleich zu offenen Operationsverfahren bietet die roboterassistierte Technik mehrere Vorteile:

  • sehr präzise und gewebeschonende Operation
  • geringerer intraoperativer Blutverlust
  • reduzierte postoperative Schmerzen
  • kürzere stationäre Verweildauer
  • schnellere Mobilisation und Rekonvaleszenz
  • bessere Übersicht für den Operateur durch 3D-HD-Visualisierung

Diese Faktoren tragen insgesamt zu einer hohen Sicherheit und guten funktionellen Ergebnissen bei.

Postoperative Versorgung

Nach der Operation verbleibt in der Regel für einige Tage (5 – 7 Tage) ein Blasenkatheter. Die Mobilisation erfolgt frühzeitig, meist bereits am ersten postoperativen Tag. Die stationäre Aufenthaltsdauer ist im Vergleich zu offenen Verfahren meist kürzer. Nach Entfernung des Katheters wird die Miktion überprüft.

Vorübergehende Einschränkungen der Kontinenz können auftreten, verbessern sich jedoch in vielen Fällen im Verlauf. Unterstützend kommen Beckenbodentraining und physiotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz.
Die weitere Nachsorge umfasst regelmäßige PSA-Kontrollen sowie die individuelle Begleitung im Rahmen der onkologischen Nachsorge.

Stellenwert im klinischen Alltag

Die roboterassistierte Prostatektomie hat sich als Standardverfahren in der operativen Behandlung des Prostatakarzinoms etabliert. Sie verbindet eine hohe onkologische Sicherheit mit der Möglichkeit, funktionelle Ergebnisse zu optimieren. Durch standardisierte Abläufe, moderne Technologie und operative Erfahrung stellt sie eine zentrale Säule in der modernen urologischen Tumorchirurgie dar.


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Roboterassistierte Nierenchirurgie

Die roboterassistierte Chirurgie hat sich in der modernen Urologie als besonders präzises und schonendes Verfahren etabliert. Insbesondere bei Eingriffen an der Niere ermöglicht das Da-Vinci-System eine exakte Operationstechnik bei gleichzeitig minimal-invasivem Vorgehen. Zu den häufigsten robotischen Niereneingriffen zählen die Nierenteilresektion sowie die Nierenbeckenplastik.


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Roboterassistierte Nierenteilresektion

Indikation

Die roboterassistierte Nierenteilresektion ist das Verfahren der Wahl zur Behandlung von Nierentumoren mit dem Ziel des Organerhalts. Sie kommt vor allem bei kleinen und mittelgroßen Tumoren zum Einsatz, kann jedoch auch bei komplexeren Befunden angewendet werden.

Ziel des Eingriffs ist die vollständige Entfernung des Tumors bei gleichzeitig maximalem Erhalt des gesunden Nierengewebes und damit der Nierenfunktion.

Präoperative Vorbereitung

Die Operationsplanung erfolgt auf Grundlage moderner Bildgebung (CT oder MRT). Dabei werden Lage, Größe und Ausdehnung des Tumors sowie die individuelle Nierenfunktion berücksichtigt.
Zusätzlich fließen allgemeine Gesundheitsfaktoren und Begleiterkrankungen in die Therapieentscheidung ein.

Operative Durchführung

Die Operation erfolgt minimal-invasiv über kleine Hautschnitte. Das Da-Vinci-System ermöglicht eine hochauflösende dreidimensionale Darstellung sowie eine äußerst präzise Instrumentenführung.
Der Tumor wird gezielt aus dem Nierengewebe entfernt. Anschließend wird die Niere rekonstruiert, um eine optimale Funktion zu erhalten. Dabei wird besonders auf kurze Ischämiezeiten und eine sichere Blutstillung geachtet.

Vorteile des Verfahrens

  • organerhaltende Tumorentfernung
  • hohe Präzision auch bei komplexen Tumoren
  • geringer Blutverlust
  • schnelle Erholung nach der Operation
  • gute langfristige funktionelle Ergebnisse

Postoperative Versorgung

Nach der Operation erfolgt eine frühzeitige Mobilisation. Die meisten Patienten erholen sich rasch und können zeitnah in den Alltag zurückkehren. Die weitere Nachsorge richtet sich nach dem histopathologischen Befund und umfasst regelmäßige Kontrollen.

Roboterassistierte Nierenbeckenplastik

Indikation

Die roboterassistierte Nierenbeckenplastik wird zur Behandlung einer Engstelle zwischen Nierenbecken und Harnleiter (ureteropelvine Übergangsstenose) durchgeführt. Diese kann zu Schmerzen, Harnabflussstörungen und langfristig zu einer Einschränkung der Nierenfunktion führen.

Präoperative Vorbereitung

Die Diagnosestellung erfolgt mittels bildgebender Verfahren wie Ultraschall, CT oder funktioneller Untersuchungen zur Beurteilung des Harnabflusses. Die Entscheidung zur Operation basiert auf der Symptomatik sowie dem funktionellen Befund der betroffenen Niere.

Operative Durchführung

Die Operation erfolgt ebenfalls minimal-invasiv mit dem Da-Vinci-System. Dabei wird die Engstelle entfernt und der Harnleiter spannungsfrei wieder an das Nierenbecken angeschlossen. Durch die präzise Nahttechnik des robotischen Systems können sehr gute funktionelle Ergebnisse erzielt werden.

Vorteile des Verfahrens

  • hohe Erfolgsrate bei der Wiederherstellung des Harnabflusses
  • sehr präzise Rekonstruktion
  • geringe postoperative Schmerzen
  • kurze Krankenhausaufenthalte
  • schnelle Rekonvaleszenz

Postoperative Versorgung

Nach der Operation wird in der Regel vorübergehend eine innere Harnleiterschiene eingelegt, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Diese wird nach einigen Wochen entfernt. Die Beschwerden bessern sich in den meisten Fällen deutlich. Die Nachsorge erfolgt durch klinische Kontrollen und bildgebende Untersuchungen zur Sicherstellung eines ungehinderten Harnabflusses.

Stellenwert der robotischen Nierenchirurgie

Die roboterassistierte Nierenteilresektion und Nierenbeckenplastik stellen heute zentrale Verfahren der modernen urologischen Chirurgie dar. Sie kombinieren höchste Präzision mit minimaler Invasivität und ermöglichen sowohl onkologisch sichere als auch funktionell optimale Ergebnisse. Durch standardisierte Abläufe und hohe operative Expertise bieten diese Verfahren eine sichere und effektive Behandlungsmöglichkeit für unterschiedliche Erkrankungen der Niere.

Thulium-Laser-Enukleation der Prostata (ThuLEP)

Die Thulium-Laser-Enukleation der Prostata (ThuLEP) ist ein modernes, schonendes Operationsverfahren zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH). Ziel der Operation ist es, Beschwerden beim Wasserlassen nachhaltig zu verbessern und den Harnfluss wieder zu normalisieren.

Wann ist eine ThuLEP sinnvoll?

Eine Operation wird in Betracht gezogen, wenn Beschwerden durch die deutlich vergrößerte Prostata (>80 ccm)  den Alltag deutlich beeinträchtigen. Typische Symptome sind:

  • abgeschwächter Harnstrahl
  • häufiges Wasserlassen (auch nachts)
  • Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
  • wiederkehrender Harnverhalt oder Infektionen
  • wiederkehrende Blutungen aus der Prostata

Auch wenn Medikamente nicht ausreichend helfen oder Komplikationen auftreten, kann eine operative Behandlung sinnvoll sein.

Vorbereitung auf die Operation

Vor dem Eingriff erfolgen verschiedene Untersuchungen, um die Ursache der Beschwerden genau zu beurteilen. Dazu gehören:

  • körperliche Untersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Blutuntersuchung (inkl. PSA-Wert)
  • ggf. weitere urologische Diagnostik, wie z.B. Blasenspiegelung

Auch bestehende Erkrankungen und die Einnahme von Medikamenten – insbesondere Blutverdünner – werden berücksichtigt. In vielen Fällen kann die Operation auch unter fortgeführter Antikoagulation durchgeführt werden.

Ablauf der Operation

Die Operation erfolgt über die Harnröhre (also ohne äußere Schnitte) in Narkose oder Spinalanästhesie.
Mit Hilfe eines speziellen Lasers wird das vergrößerte Prostatagewebe präzise von der umgebenden Kapsel gelöst. Der Laser arbeitet dabei sehr genau und gleichzeitig blutungsarm. Das entfernte Gewebe wird anschließend in der Harnblase zerkleinert und abgesaugt. Ziel ist es, die Verengung vollständig zu beseitigen und so den Harnfluss deutlich zu verbessern.

Vorteile der ThuLEP
Das Verfahren bietet mehrere Vorteile gegenüber älteren Operationsmethoden:

  • sehr geringe Blutungsneigung
  • auch bei größeren Prostatavolumina gut geeignet
  • kurze Katheterliegezeit
  • schnelle Erholung nach dem Eingriff
  • nachhaltige Verbesserung der Beschwerden
  • oft auch bei Einnahme von Blutverdünnern möglich

Nach der Operation

Nach dem Eingriff wird für kurze Zeit ein Blasenkatheter eingelegt, der in der Regel nach wenigen Tagen (2-3) entfernt werden kann. Viele Patienten berichten bereits kurz nach der Operation über eine deutliche Verbesserung des Wasserlassens. Vorübergehend können leichte Reizbeschwerden auftreten, die sich meist rasch zurückbilden. Schwere Komplikationen sind selten. Die langfristigen Ergebnisse sind in der Regel sehr gut und stabil.

Bedeutung des Verfahrens

Die ThuLEP zählt heute zu den modernsten Verfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Sie kombiniert eine hohe Wirksamkeit mit einer schonenden Technik und ermöglicht eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität.

Endoskopische Steintherapie

Die endoskopische Behandlung von Harnsteinen stellt heute den Standard in der modernen Urologie dar. Ziel ist die vollständige Steinfreiheit bei gleichzeitig möglichst schonendem Vorgehen. Durch minimal-invasive Techniken können Steine im gesamten Harntrakt effektiv behandelt werden – von der Niere bis zur Harnblase. Zu den etablierten Verfahren zählen insbesondere die flexible und semirigide Ureterorenoskopie (URS/RIRS) sowie die perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL).

Indikation

Eine endoskopische Steintherapie wird bei symptomatischen Harnsteinen oder bei Komplikationen durchgeführt. Typische Indikationen sind:

  • akute oder rezidivierende Flankenschmerzen (Koliken)
  • Harnabflussstörungen
  • Infektionen im Zusammenhang mit Steinen
  • Größenzunahme oder fehlender Spontanabgang
  • eingeschränkte Nierenfunktion

Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins sowie nach patientenspezifischen Faktoren.

Präoperative Vorbereitung

Vor der Behandlung erfolgt eine umfassende Diagnostik mittels Bildgebung (Ultraschall, CT oder Röntgen), um Lage und Größe der Steine exakt zu bestimmen. Zusätzlich werden Laboruntersuchungen durchgeführt, insbesondere zur Beurteilung von Nierenfunktion und Infektionsparametern. Bestehende Harnwegsinfektionen müssen vor dem Eingriff antibiotisch behandelt werden. Die Auswahl des geeigneten Verfahrens erfolgt individuell und leitliniengerecht.

Ureterorenoskopie (URS / RIRS)

Verfahren

Die Ureterorenoskopie erfolgt über die natürlichen Harnwege ohne Hautschnitt. Ein dünnes Endoskop wird über die Harnröhre und Harnblase in den Harnleiter und ggf. bis in die Niere vorgeschoben.
Je nach Lokalisation kommen semirigide Instrumente (für den Harnleiter) oder flexible Endoskope (für das Nierenbeckenkelchsystem, sogenannte RIRS) zum Einsatz.

Steinentfernung

Die Steine werden entweder direkt geborgen oder mittels Laser (meist Holmium- oder Thulium-Laser) zerkleinert und anschließend entfernt oder ausgespült.

Vorteile

  • kein Hautschnitt erforderlich
  • schonendes Verfahren
  • kurze Erholungszeit
  • hohe Erfolgsraten bei kleinen bis mittelgroßen Steinen

Perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL)

Verfahren

Die PCNL wird bei größeren oder komplexen Nierensteinen eingesetzt. Dabei erfolgt ein minimaler Zugang über die Haut direkt zur Niere. Über diesen Zugang wird ein Arbeitskanal geschaffen, durch den ein Endoskop eingeführt wird.

Steinentfernung

Die Steine werden direkt unter Sicht zertrümmert und entfernt. Auch große Steinmengen können so effektiv behandelt werden.

Vorteile

  • sehr hohe Steinfreiheitsraten bei großen Steinen
  • effektive Behandlung komplexer Steinbefunde
  • direkte Entfernung großer Steinlasten

Postoperative Versorgung

Nach endoskopischen Eingriffen kann vorübergehend eine Harnleiterschiene (Mono-J oder Double-J-Katheter) eingelegt werden, um den Harnabfluss zu sichern und die Heilung zu unterstützen. Die Mobilisation erfolgt frühzeitig. In den meisten Fällen ist die stationäre Aufenthaltsdauer kurz. Leichte Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen oder geringe Blutbeimengungen im Urin sind häufig und klingen in der Regel rasch ab. Fast alle Patienten verlassen unsere Klinik ohne irgendeine Harnableitung. 

Stellenwert der endoskopischen Steintherapie

Die endoskopische Steintherapie ermöglicht heute eine effektive und sichere Behandlung nahezu aller Harnsteine. Durch die Kombination verschiedener Verfahren kann individuell die optimale Therapie gewählt werden. Ziel ist stets eine möglichst vollständige Steinfreiheit bei minimaler Belastung für den Patienten sowie eine schnelle Rückkehr in den Alltag.

Interdisziplinäres Tumorboard 

Die interdisziplinäre Tumorboardbesprechung ist ein zentraler Bestandteil der modernen, leitliniengerechten onkologischen Versorgung. Ziel ist die gemeinsame Festlegung einer individuell abgestimmten Therapieempfehlung auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und unter Berücksichtigung aller patientenspezifischen Faktoren.

Termin und Organisation

Das Tumorboard findet regelmäßig mittwochs um 08:00 Uhr statt.
Eine Anmeldung der Fälle ist im Vorfeld erforderlich, um eine strukturierte und vollständige Besprechung zu gewährleisten. In dringlichen Fällen ist nach Rücksprache auch eine kurzfristige Vorstellung möglich.
Interdisziplinärer Ansatz
Die Fallbesprechung erfolgt durch ein interdisziplinäres Team aus den beteiligten Fachdisziplinen, insbesondere:

  • Urologie
  • Onkologie
  • Radiologie
  • Strahlentherapie
  • Pathologie

Durch die enge Zusammenarbeit wird eine umfassende Bewertung der vorliegenden Befunde ermöglicht.

Anmeldung von Patienten

Für eine qualitätsgesicherte Beurteilung bitten wir um Übermittlung aller relevanten Unterlagen, insbesondere:

  • aktuelle Arztbriefe und klinische Informationen
  • histopathologische Befunde
  • Bildgebung (MRT, CT, ggf. PET) als CD oder per QR-Code inkl. schriftlichem Befund
  • Laborwerte (inkl. PSA bei urologischen Tumoren)

Eine strukturierte Anmeldung ermöglicht eine effiziente und zielgerichtete Fallbesprechung.

Ziel der Tumorboardbesprechung

Im Tumorboard wird für jeden Patienten eine individuelle, leitliniengerechte Therapieempfehlung erarbeitet. Dabei werden neben der Tumorentität und dem Stadium auch Begleiterkrankungen sowie persönliche Faktoren berücksichtigt.

Rückmeldung und Zusammenarbeit

Nach der Besprechung erhalten zuweisende Kolleginnen und Kollegen zeitnah eine strukturierte Zusammenfassung mit der empfohlenen weiteren Vorgehensweise. Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Zuweisern ist für uns essenziell, um eine optimale Patientenversorgung sicherzustellen.

Für Rückfragen oder individuelle Fallbesprechungen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.


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