Wenn Hitze zum Gesundheitsrisiko wird

Pressemitteilung vom 22.06.2026

Heiße Sommertage bedeuten für das Herz-Kreislauf-System Schwerstarbeit. Besonders ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit Herzerkrankungen sollten deshalb auf ausreichenden Hitzeschutz achten. Prof. Dr. Steffen Schön, Chefarzt der Medizinischen Klinik I an den Oberlausitz-Kliniken, gibt praktische Tipps für einen gesunden Sommer.


Wenn die Temperaturen tagelang über 30 Grad steigen, ist das für den Körper eine Belastungsprobe. Besonders Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten in diesen Tagen aufmerksam auf die Signale ihres Körpers achten. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko für gesundheitliche Probleme jedoch deutlich reduzieren.

„Hitze ist für das Herz-Kreislauf-System weit mehr als nur unangenehm. Der Körper muss erhebliche Anstrengungen unternehmen, um seine Temperatur konstant zu halten“, erklärt Prof. Dr. Steffen Schön, Chefarzt der Medizinischen Klinik I an den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen.

Warum hohe Temperaturen das Herz belasten

Um überschüssige Wärme abzugeben, erweitern sich die Blutgefäße. Gleichzeitig verliert der Körper durch Schwitzen Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Dadurch sinkt der Blutdruck, während das Herz schneller arbeiten muss, um den Kreislauf aufrechtzuerhalten.

Besonders betroffen sind Menschen mit Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit oder Herzrhythmusstörungen. Auch ältere Menschen reagieren oft empfindlicher auf hohe Temperaturen, da das Durstempfinden im Alter nachlässt und die Anpassungsfähigkeit des Körpers eingeschränkt sein kann.

Trinken ist die wichtigste Maßnahme

„Ausreichendes Trinken ist an heißen Tagen die wichtigste Maßnahme“, betont Prof. Schön. „Viele Menschen warten, bis sie Durst verspüren. Dann besteht jedoch häufig bereits ein Flüssigkeitsdefizit. Deshalb sollte regelmäßig über den Tag verteilt getrunken werden.“

Geeignet sind vor allem Mineralwasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen. Wer viel schwitzt, sollte zudem auf eine ausreichende Zufuhr von Mineralstoffen achten. Alkohol belastet den Kreislauf zusätzlich und sollte bei großer Hitze möglichst gemieden werden.

Menschen mit einer Herzschwäche sollten ihre Trinkmenge allerdings nicht eigenständig erhöhen. „Für diese Patientinnen und Patienten ist die individuell empfohlene Trinkmenge entscheidend. Eine tägliche Gewichtskontrolle kann helfen, das Körpergewicht konstant zu halten und Veränderungen frühzeitig zu erkennen“, so der Kardiologe.

Bewegung ja – aber zur richtigen Zeit

Auch körperliche Aktivitäten sollten an heißen Tagen angepasst werden. Sport, Gartenarbeit oder andere anstrengende Tätigkeiten gehören möglichst in die frühen Morgenstunden oder in den Abend. Die intensive Mittagssonne zwischen 11 und 17 Uhr sollte nach Möglichkeit gemieden werden.

Leichte Kost für heiße Tage

Neben ausreichend Flüssigkeit hilft auch die richtige Ernährung. Leichte Mahlzeiten mit viel Gemüse, Obst und Salat belasten den Kreislauf weniger als schwere und fettreiche Speisen. Besonders wasserreiche Lebensmittel wie Gurken, Tomaten oder Melonen tragen zusätzlich zur Flüssigkeitsversorgung bei.

Die wichtigsten Hitzetipps auf einen Blick:

  • Regelmäßig trinken – auch ohne Durstgefühl
  • Mineralwasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen bevorzugen
  • Täglich Gewicht kontrollieren, insbesondere herzkranke Patienten
  • Alkohol möglichst vermeiden
  • Leichte, wasserreiche Speisen essen
  • Körperliche Anstrengungen auf die kühleren Tageszeiten verlegen
  • Direkte Mittagssonne meiden
  • Helle, luftige Kleidung tragen und Kopfbedeckung nutzen
  • Innenräume möglichst kühl halten und ausreichend lüften
  • Bei Schwindel, Kreislaufproblemen oder bei raschen Änderungen des Körpergewichts ärztlichen Rat einholen


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